In Potsdam: Bücherkinder on Film



Bücherkinder on film! Am 25. Januar war es soweit: Premiere des Arte/ZDF-Films Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht von Mathias Frick (2025, 52 Minuten) im Museum Barberini. Der Veranstaltungssaal im dritten Stock proppevoll, aufgeregte Kinder in der ersten Reihe. Denn auch die Bücherkinder Brandenburg spielten eine gewichtige Rolle im Film, der anlässlich der großen Potsdamer Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst entstand. Nach kurzen Worten der Produzentin Eva Rink und Museumsleiterin Ortrud Westheider ging es los. Der Bogen im Film spann sich von der Bibel und Heraldik über Kirchenkunst und Moderne bis ins Jetzt, zu einem schwarzen Einhorn von Carsten Nicolai und den Rainbow-Unicorns der LBGTB+-Community. Eindrückliche Bilder, interessante Einsichten der Kuratoren, Kamerafahrten entlang der Objekte – auch vielen illuminierten Büchern und naturkundlichen Berichten: Der Film erzählte umfassend aber nicht langatmig von christlicher Bedeutung und weltlicher Ermächtigung. Genau richtig. Neben Kuratoren aus Edinburgh, aus New York, Paris oder Potsdam, einer Restauratorin aus Brandenburg oder dem Archivleiter in Schwäbisch-Gmünd, das sich ältestes Stadtwappen mit Einhorn in Deutschland auf die Fahnen schreiben kann, kamen auch die Bücherkinder zu Wort und ins Bild, die ihre ganz eigene Herangehensweise ans Ergründen des Fabeltiers aufzeigten: schreibend und zeichnend. Die Bücherkinder waren dabei, als ein mittelalterlicher Wandteppich mit aufsehenerregender Stilistik in einer Kirche in Brandenburg für die Ausstellung entdeckt und abgenommen wurde. Sie lesen aus ihren Geschichten im Ausstellungsraum im Barberini, sie diskutieren in ihrem AG-Raum in der Schule. Mit viel Beifall setzte der Abspann ein. Im Publikum nicht nur Eltern, auch Möglichmacher wie Museums- und Archivleiter, Kuratoren, Restauratoren, Filmproduzenten, Fernsehredakteure. Sie alle holt Mathias Frick sich bedankend nach vorn, auch die Bücherkinder. Was auch beeindruckte: die immense Wuselei im gesamten Museum. Viele, viele Besucher stürmten das Barberini anlässlich des Tags der Offenen Tür. Die Warteschlange vor dem Haus reichte beinahe hinüber bis zur Kirche. Da ahnt man vielleicht, was auf Paris zukommt: Denn ins Museé de Cluny mit seinem berühmten Einhornsaal aus Wandteppichen wandert die Schau demnächst weiter. Ab 09. März gastiert sie an der Seine. Ein toller Tag für die Brandenburger Bücherkinder und ihren Mentor Armin Schubert, im Pirckheimer-Kosmos aktiv seit über fünfzig Jahren. Sobald die Sendetermine feststehen, geben wir hier im Blog Laut. Unbedingt ansehen!
(Till Schröder)