Podcast DENKMALZEIT des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege
Die aktuelle Folge der DENKMALZEIT des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege begleitet die feierliche Rückkehr des Einhornteppich der St. Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel und lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen: Besucherinnen und Besucher, Wissenschaftler sowie die „Brandenburger Bücherkinder“, die sich kreativ mit dem Einhornteppich auseinandergesetzt haben.
Ab min. 17:53 bis min. 22:48 interviewt Anne-Marie Graatz den Mentor der Bücherkinder Brandenburg Armin Schubert.
Hier, KI-generiert, nachzulesen:
Anne-Marie Graatz
Ein Podcast in der Sakristei sozusagen. Ich habe Sie jetzt hierher entführt. Ja, Sie sind Armin Schubert, der. Wie kann man das sagen? Der Gründer der Bücherkinder sozusagen.
Armin Schubert
Richtig. Also Gerhard Wolf, der Mann von Christa Wolf, hat den Namen erfunden.
Du bist der Mentor der Bücherkinder.
Also, hier ist eine Visitenkarte. Die können Sie von mir noch mitnehmen. Als ich noch Sonnensegel hier die Jugendkunstschule geleitet habe, da habe ich angefangen mit Büchern und dann zwei neuen ging ich in Rente 2009. Und ich dachte also Rente, es geht überhaupt nicht. Ich muss jetzt irgendwas erfinden, was ich machen will, und habe seither gut zehn Bücher gemacht in eben dieser Qualität. Und wir haben uns auch überlegt, wir nehmen einen Duktus, der nicht so sagen wir mal kindlich im Sinne oft kindisch und billig und kitschig ist, sondern wir gehen in die Bauhaus-Tradition.
Armin Schubert
Das hat nämlich einen Bauhausstil. Ja, nicht. Nein, nein, ich bin, ichbin Lehrer gewesen in DDR-Tagen und dann eben der Gründer dieser Jugendkunstschule. Und wir haben uns dann überlegt, dass wir wirklich so im Stil der Ästhetik des Bauhauses in Dessau auch Bücher machen, um den Kindern eine andere Wertigkeit als diese poppig bunte, oft verkitschte Welt eben auch anzubieten, Zu sagen Nein, es gibt noch andere Wertigkeiten.
Anne-Marie Graatz
und das Buch heißt Wie heißt es noch mal Vom Mehrwert des Einhorns?
Armin Schubert
Genau. Und da könnte man ja denken da ja also das Wort Mehrwert, das klingt ja fast wie aus der Kiste von Karl Marx. Aber mehr Wert ist mehr Wert als Mehrwert.
Anne-Marie Graatz
Haben wir in der Denkmalpflege auch Mehrwert. Also haben wir hierdoppelten Mehrwert Denkmalpflege-Einhorn-Mehrwert.
Armin Schubert
So viel ist ein Mehrwertigkeit. Und beim Lesen haben wir das eben auch gespürt, wie die Kinder eben auch sich in vieles eingelassen haben. Selbst wenn Sie also Gedichte von Ernst Jandl lesen und den Spaß haben über seine Nonsens Gedichte und dann selber Gedichte schreiben und dann merken, wie schön das ist, mit Sprache umzugehen, welchen Wert auch Sprache hat, welchen Wert auch Zeit hat, dass man ein Jahr Zeit braucht, um ein Buch zu machen, das geht nicht mit Fingerschnips und mal aufs Handy gucken und glotzt. Und ich habe gleich einen Genossen.
Armin Schubert
Am Ende gibt es nach einem Jahr ein Buch und nicht nach einer Stunde oder einem Tag. Ja, man könnte fürs nächste Buch eine Werbung machen. Und zwar arbeiten wir jetzt an einem Buch, das heißt an den Marken meiner Tage. Woher habe ich diesen Text? Ich war am Grab von Marlene Dietrich, und auf ihrem Stein steht Hier stehe ich an den Marken meiner Tage.
Armin Schubert
Oh, denke ich, die Metapher, Die Marken meiner Tage. Wir untersuchen jetzt die Marken der Tage von Mascha Kaleko, dieser jüdisch deutschen Dichterin Margot Friedländer, die wir gerade mit 103 beerdigt haben, von Marlene Dietrich. Aber mit solchen Marken von Persönlichkeiten befassen wir uns.
Anne-Marie Graatz
aber die Themen kommen die Kinder auf solche Themen? Aber haben die Kinder, dürfen die das gestalten, was da passiert?
Armin Schubert
Absolut. Das, was hier inhaltlich kommt, ja, ich trage eben die Literaturin die Gruppe und sage, was es an Literatur gibt. Oder einen Film zu Margot Friedländer. Ich, Margot, haben wir jetzt gerade einen Film geguckt, haben einen Film Protokoll gemacht und schreiben dann daraus jeder, was er so aufgeschrieben hat, eigene Texte also das ist dann schon die Eigenleistung. Aber wenn Sie so wollen und Sie fragen das zu Recht und von mir aus auch kritisch, da habe ich nichts dagegen. Nein, wir sind auch genötigt wie Präparate wie im Mittelalter. Wir müssen lernen, die Dinge zu präparieren. Das macht sowohl ein Pfarrer als ein Kunstpädagoge wie ich. Also viele, viele Berufe machen das. Sie halten Wertigkeit aus vergangenen Tagen eben auch hoch, um die Flüchtigkeit unserer Zeit, die ich nicht verteufeln und nicht ändern kann, Die ist, wie sie ist, etwas dagegen zu setzen
Armin Schubert
Ja, es gibt noch andere Werte als diese Popkultur und das, was uns täglich vorgemacht wird. Das ist ein anderer Blickwinkel. Praktisch, dass sie ihnen zeigen, Angebote machen, was alles möglich wäre. Genau. Und diese Flüchtigkeit, die wir heute erleben, dagegen setze ich etwas, das ich sage Nein, Denkt mal an diesem Begriff das Konservieren. Früher haben unsere Omas alle noch eingeweckt.
Armin Schubert
Haben wir heute alles gar nicht mehr nötig? Einwecken, Obst retten. Aber die Idee dahinter ist doch eine wichtige. Und so ist es auch mit geistigem Eigentum, mit kultureller Bildung, mit Malerei, mit Grafik, mit Einhorn Ausstellungen oder mit Büchern. Mit Filmen. Und das stelle ich den Mittelpunkt und sage So, und wir entwickeln jetzt was daraus. Ihr seid die Kreativen.
Armin Schubert
Ich habe euch nur gesagt, was möglich ist und dann sagt Das ist ja toll. Ich sag Weißt du, und wenn du eine Oma bist, kannst du sagen Guck mal vor 50 Jahren, was ich als Kind gemacht habe und du heute nur noch auf dem Handy rum. Lustig.